Austellung

Wir zeigen im Fincan künstlerische oder dokumentarische Ausstellungen, die wir für wichtig, gut oder interessant halten. Dabei sind wir offen für Neues und Einzigartiges, ebenso wie für Unerschrockenes und Kritisches. Die Ausstellungen sollen grundsätzlich mit unseren Anliegen – hohes Niveau niedrigschwellig zugänglich zu machen – übereinstimmen. Wir arbeiten nicht kommerziell. Das heißt für die Ausstellungen, dass wir nicht wie eine herkömmliche Galerie agieren und nicht Käufer und Verkäufer zusammen bringen. Dafür nehmen wir bei Verkäufen auch keine Provision.

Hier die aktuelle Ausstellung bis 5. Dezember:

Ausstellung „Frauenwürde. Malerei aus Tschetschenien“ 22.11.14 bis 5.12.14

Es handelt sich um die erste Präsentation weiblicher Kunst aus Tschetschenien, die auf die Situation der Frauen im Nordkaukasus aufmerksam machen soll. 17 künstlerische Arbeiten, auf Initiative des Zentrums „Frauen für Entwicklung“ in Grosny entstanden, hauptsächlich Malerei aber auch Collagen, werden zu sehen sein.

Die Tschetschenen sind eines der ältesten Völker des Kaukasus, die seit Jahrtausenden im Nordosten des Kaukasusgebirges siedeln. Ihr Sippenverband bildete sich im ersten Jahrtausend vor der Zeitrechnung heraus und bestand bis zum frühen Mittelalter. Die Tschetschenen hatten nie feudale Strukturen, kannten weder Fürsten, noch Könige, weder Steuer, noch Gewalt. Sie waren freie Bauern auf eigenem Grund, für die die Freiheit Bestandteil ihrer menschlichen Würde ist. Die Verteidigung der Freiheit, der Familie, ihres Landes ist bis heute eine moralische Verpflichtung für jeden wehrfähigen Mann. Doch noch nie war die Freiheit der Tschetschenen so stark bedroht wie seit dem Ende des 20. Jahrhunderts, noch nie in ihrer Geschichte wurden sie so systematisch dezimiert. Allein seit 1994 ist ein Fünftel des eine Million Menschen zählenden Volkes Kriegen und Massakern zum Opfer gefallen. Über 100 000 Tschetschenen leben im Exil.

Die Gesellschaft ist traditionell stark an männlichen Werten wie Stärke und Kampf ausgerichtet, um so wichtiger erscheint es, Frauen zu stärken, ihre Kunst zu präsentieren und mit ihnen über die gegenwärtige Situation im Land zu sprechen.

Eröffnung am 22.11. um 16 Uhr mit

Asja Umarova, 1985 geboren, Journalistin, Kaukasiologin, Menschenrechtlerin
Studium in Grosny, Erewan und Tbilissi; zahlreiche journalistische und Prosa-Veröffentlichungen im In- und Ausland, zivilgesellschaftliche Projekte zur Förderung von Mädchen und Frauen aktiv in Malerei, Gesang
„Ich habe mit dem Zeichnen begonnen, als der Krieg in Tschetschenien ausbrach. Unsere Familie ist nicht geflohen, so wie viele, die ihre Häuser nicht verlassen wollten. Wir hatten niemanden, und wir wollten auch nicht unseren Freunden in Kalmückien, wo ich geboren wurde und bis zu meinem achten Lebensjahr lebte, zur Last fallen. Seit damals wollte ich meine Umgebung spiegeln, viele Fragen beschäftigten mich. Die habe ich als Sujet auf dem Papier festgehalten. Ich lernte damals in der vierten Klasse.“

Lidija Kurbanova, geboren 1950, Soziologin, Dozentin an der Erdölakademie Grosny, psychosoziale Projekte am Zentrum „Frauen für Entwicklung“ , aktuell: Koordinatorin eines Projektes zur Lage der Frauen der Böll-Stiftung

Apti Bisultanov, geboren 1959, wird seine Gedichte lesen

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