In der deutschen sowie auch in der Berliner Gesellschaft erfolgt ein Zuzug von Geflüchteten nicht erst seit drei-vier Jahren. In Berlin können wir bereits von einer Tradition sprechen – Hugenotten, Salzburger Protestanten, die böhmischen Brüder, französische Adelige, Opfer der Balkankriege der 1990-er Jahre, Syrer und Homosexuelle aus Russland bilden nur eine kleine Anzahl von denen, die in Berlin ein neues Zuhause fanden.

Aleksej Tikhonov behnadelt in seinem Dissertationsvorhaben Lebensläufe von protestantischen Religionsflüchtlingen, die im 18. Jahrhundert aus Böhmen, Mähren und Schlesien nach Berlin und nach Rixdorf kamen. Das Böhmische Dorf in Neukölln ist heute noch in Berlin bekannt. In dem „Dorf“ leben immer noch Nachkommen der tschechischen Exulanten. Die Lebensläufe ihrer Vorfahren erzählen von der Flucht und dem neuen Leben einfacher Menschen in bzw. bei Berlin.

An dem Abend werden Übersetzungen von vier Frauenlebensläufen vorgestellt. Außerdem gibt es eine Kostprobe vom tschechischen Original sowie kurze Kommentare von Aleksej Tikhonov (Westslawische Sprachen, Humboldt-Universität zu Berlin), Stefan Butt (Archiv im Böhmischen Dorf) und Dr. Sabine Kalff (Literaturwissenschaft & Gender Studies, Humboldt-Universität zu Berlin).

Mehr Info: www.aleksej-tikhonov.com

Kieznerds sind Wissenschaftler*innen aus Berlin und Potsdam, die in ihren Kiezen in Cafés, Lokale und Kneipen gehen, um sich mit der Nachbarschaft zu einem spannenden Thema auszutauschen.
“Kieznerds” ist eine Idee, die im Umfeld der Berliner Aktivitäten des „March for Science“ entstanden ist. Alle Veranstaltungen findest du unter: http://kieznerds.de/