In der Bildreihe „Geschichte ist ein anderer Ort (2014)“ erkundet der Fotograf Stephan Horn die gegenwärtige Erinnerungskultur in Europa, die nach wie vor in ihren Narrativen die Identifikation mit den Opfern totalitärer Systeme bevorzugt. Während an der Singularitätsthese des Holocaust festgehalten wird, operieren Erinnerungsmanager im Wettbewerb der Opferkonkurrenzen. Erinnerung verheißt hierbei Erlösung. Der Dark Tourism ist mittlerweile ein weltweit expandierender Wirtschaftszweig. Vom Fixpunkt Holocaust leitet sich im gesamten Dispositiv die Universalisierung spezifisch historischer Konstellationen als Schablone für globale Menschenrechtsverletzungen ab. Im Sinne der Pittura Metafisica soll die Fotoserie jene fragwürdige Form der Geschichtsbetrachtung als Text abbilden, um nicht zuletzt die Grenzen von Geschichtsbildern aufzuzeigen.
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